Nachtelefonieren nach der Bewerbung kann besonders bei kleineren und mittleren Unternehmen ein wirkungsvoller Teil deiner Bewerbungsstrategie sein. Kleine und mittlere Unternehmen sind ein zentraler Teil des deutschen Arbeitsmarktes. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gehörten 2023 rund 99,3 Prozent der Unternehmen zu den KMU. Etwa 53,3 Prozent aller in Unternehmen tätigen Personen arbeiteten dort. Zu dieser Gruppe zählen Kleinstunternehmen mit bis zu neun, kleine Unternehmen mit bis zu 49 und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten.
Die Unternehmensgröße beeinflusst häufig auch den Bewerbungsprozess. In kleineren Betrieben läuft die Auswahl oft persönlicher und mit weniger komplexen Bewerbermanagementsystemen ab. Mittelständische und große Unternehmen setzen dagegen häufiger auf cloudbasierte Systeme, automatisierte Terminvereinbarungen, Lebenslauf-Parsing oder standardisierte Kommunikation.
Warum Nachtelefonieren nach der Bewerbung wirken kann
Gerade bei kleineren Unternehmen kann der persönliche Kontakt eine besondere Wirkung entfalten. Eine erfolgversprechende Bewerbungsstrategie besteht deshalb darin, nach dem Versand der Unterlagen gezielt nachzutelefonieren. Der Anruf bietet dir die Möglichkeit, Motivation, Eigeninitiative und konkretes Interesse am Unternehmen zu zeigen.
Eine Garantie für eine Einladung ist das nicht. Ein professionelles Gespräch kann jedoch dabei helfen, aus einer schriftlichen Bewerbung eine persönliche Begegnung zu machen und im Gedächtnis zu bleiben.
Nach der Bewerbung anrufen: Die Vorbereitung entscheidet
Der große Vorteil beim Nachtelefonieren: Du kannst dich auf die ersten Sätze und die erste Frage vorbereiten. Zumindest zu Beginn führst du damit selbst das Gespräch. Statt lediglich zu fragen, ob deine Bewerbung angekommen ist, solltest du einen konkreten Bezug zur ausgeschriebenen Stelle herstellen.
Voraussetzung ist eine sorgfältige Vorbereitung. Informiere dich über das Unternehmen, seine Leistungen und die ausgeschriebene Position. Auch dein berufliches Ziel und der konkrete Nutzen, den du dem Arbeitgeber bieten kannst, sollten klar formuliert sein.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Wenn in der Stellenanzeige keine andere Frist genannt wird, ist ein Anruf einige Werktage nach dem Versand der Bewerbung meist sinnvoll. So gibst du dem Unternehmen genügend Zeit, deine Unterlagen zu sichten. Vermeide besonders hektische Zeiten wie den frühen Montagmorgen oder kurz vor Feierabend.
Gute Fragen beim Nachtelefonieren
Mit einer konkreten und offenen Frage zeigst du, dass du die Stellenanzeige aufmerksam gelesen hast. Geeignet sind zum Beispiel:
- Welche Aufgabe ist in den ersten Monaten besonders wichtig?
- Welche Erfahrung ist Ihnen bei der Besetzung der Position am wichtigsten?
- Wie ist das Team aufgebaut, in dem die Position angesiedelt ist?
- Gibt es einen Aspekt meiner Bewerbung, zu dem Sie noch weitere Informationen benötigen?
Notiere dir vorab zwei passende Fragen und halte deine Bewerbungsunterlagen bereit. Bleibe freundlich und kurz, respektiere die Zeit deines Gegenübers und bedanke dich am Ende für das Gespräch.
So startest du das Gespräch professionell
Stelle dich zu Beginn mit deinem Namen vor und nenne die Position, auf die du dich beworben hast. Frage freundlich, ob gerade ein kurzer Moment für dein Anliegen ist. Anschließend kannst du mit einer vorbereiteten Frage in das Gespräch einsteigen. Eine kurze Formulierung könnte lauten: „Guten Tag, mein Name ist … Ich habe mich vor einigen Tagen auf Ihre ausgeschriebene Position beworben und hätte dazu eine kurze fachliche Frage. Passt es gerade für Sie?“
Ist die zuständige Person nicht erreichbar, frage nach einem passenden Zeitpunkt für einen erneuten Anruf. Hinterlasse nicht mehrfach Nachrichten und übe keinen Druck aus. Ein respektvoller, gut vorbereiteter Kontakt wirkt professioneller als häufiges Nachfragen.
Nachtelefonieren als Teil einer persönlichen Bewerbungsstrategie
Diese systematische Vorgehensweise gehört zu den Kernelementen des DFV-Coachings: berufliche Ziele entwickeln, passende Stellenangebote analysieren, Bewerbungen stellenspezifisch verfassen, Unterlagen versenden und anschließend professionell nachtelefonieren. Darauf folgen die Vereinbarung von Vorstellungsgesprächen und eine gezielte Gesprächsvorbereitung.
So wird Nachtelefonieren nach der Bewerbung nicht zum unsicheren Nachfragen, sondern ein strategischer Schritt auf dem Weg zum neuen Arbeitsplatz. Wenn du deine Bewerbungsstrategie gemeinsam mit einem erfahrenen Coach weiterentwickeln möchtest, kannst du über unsere Kontaktseite ein unverbindliches Erstgespräch anfragen.
Quelle: Statistisches Bundesamt: Kleine und mittlere Unternehmen, Berichtsjahr 2023